GEFÄHRLICHE POST
Wurm wünscht "fröhliche Weihnachten"
Ein neuer Wurm verbreitet sich derzeit massenhaft per E-Mail. Der Schädling mit dem Namen Zafi-D gibt sich als weihnachtliche Grußkarte aus. Wer den infizierten Anhang ausführt, öffnet seinen Rechner für mögliche Hackerangriffe.
Virenspezialisten warnen vor einem neuen Wurm namens Zafi-D, der im Gewand einer Weihnachtskarte zur Zeit Postfächer weltweit flutet. Zafi-D gibt sich international, die Mails sind auf Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch und Ungarisch verfasst. In den Betreffzeilen stehen folgende Wörter: "Re: Weihnachten Card", "FW: Merry Christmas", "Happy HollyDays" oder "Feliz Navidad". In die E-Mail ist eine animierte Grafik eingebaut, die zwei Smiley-Gesicher zeigt.
Wer den Anhang der E-Mail ausführt, erhält die Fehlermeldung "CRC: 04F6Bh Error in packed file!", berichtete der Antivirensoftware-Hersteller Sophos. Damit versuche der Wurm, sich zu tarnen und dem Betroffenen vorzugaukeln, sein Rechner habe lediglich ein Programm nicht fehlerfrei starten können. In Wirklichkeit sei damit der Computer mit dem Virenprogramm infiziert.
Zafi-D befällt wie fast alle Viren und Würmer ausschließlich Windowssysteme und verfügt über eine eigene SMTP-Engine zum Verschicken infizierter Mails. Die nötigen E-Mail-Adressen sammelt sich der Schädling auf dem befallenen PC zusammen. Der Wurm verbreitet sich zusätzlich über P2P-Netze.
Zafi-D ist nach Angaben des deutschen Sicherheitsspezialisten H+BEDV in der Lage, aktive Anwendungen, die die Zeichenfolge "Virus" oder "Firewall" enthalten zu beenden. Laufende Antivirenprogramme oder Firewalls würden so ausgeschaltet. Wenn der Wurm aktiv sei, könne außerdem der Taskmanager, der Registry Editor und die Anwendung Msconfig vom Anwender nicht aufgerufen werden. Daneben enthalte Zafi-D eine Backdoor-Komponente, welche auf eingehende Kommandos am Port 8181 wartet. Ein infizierter PC stehe damit Hackern offen, um darauf beliebige Programme auszuführen.
"Ein befallenes System lässt sich relativ leicht säubern", sagte Sophos-Sprecher Christoph Hardy, "da der Wurm keine Einträge in der Registry vornimmt". Die übliche Vorgehensweise zur Entfernung von Würmern gelte auch für Zafi-D. Genaue Hinweise geben die Antivirenspezialisten auf ihren Webseiten, etwa Sophos und McAfee.
quelle spiegel online

