von hisch » 14.09.2004, 10:53
Böse Grüße aus dem Lautsprecher
Die Programmierer von Viren und Würmern lassen sich immer originellere Dinge einfallen, um Aufmerksamkeit zu erregen. Erstmals ist jetzt ein Wurm aufgetaucht, der den PC-User akustisch anspricht. "Amus" nutzt dazu die in Windows XP integrierte Sprachfunktion. Ebenfalls kurios: Die Autoren des berüchtigten "MyDoom"-Wurms haben in den neuen Varianten des Schädlings ein Stellengesuch versteckt.
"I am cleaning your computer"
Einmal aktiviert, tönt es irgendwann aus den Lautsprechern "How are you. I am back. My name is mister hamsi." Das türkische Wort hamsi meint einen kleinen Fisch, ähnlich einer Sardelle, der im Schwarzen Meer gefischt wird. Weiter heißt es: "I am cleaning your computer. 5.4.3.2.1.0.". Die Sprachausgabe endet mit einem türkischen Abschiedsgruß: "Gule. Gule".
Geringe Gefahr
Der Wurm ist derzeit noch nicht weit verbreitet. Die meisten Hersteller von Antiviren-Software schätzen die Gefährdung gering ein. "Amus" verbreitet sich wie seine Artgenossen per eMail, unter anderem mit der Betreffzeile "Listen and Smile". Ahnungslose Windows-User, die die Datei im Anhang öffnen, verhelfen dem Wurm dazu, sich per eMail weiterzuverbreiten. Auf einem infizierten PC verändert "Amus" die Einstellungen des Internet Explorers derart, dass der Anwender anstelle seiner Startseite eine türkische Nachricht vorfindet. In dieser beschwert sich der Wurm-Autor über die Qualität der örtlichen Telefongesellschaften.
"MyDoom"-Autoren suchen Job
Für Irritationen sorgte in den vergangenen Tagen auch eine Botschaft der "MyDoom"-Autoren. Am vergangenen Wochenende sind neue Varianten des gefährlichen Wurms aufgetaucht, in deren Code Experten ein verstecktes Stellengesuch, gerichtet an die Hersteller von Antiviren-Software, entdeckt haben: "We searching 4 work in AV industry" heißt es dort nach einem Bericht des Softwareherstellers Sophos. Graham Cluley, Senior-Berater bei Sophos, schloss allerdings eine Karriere aus: "Wir werden niemals einen Virenprogrammierer einstellen", sagte Cluley. Antivirensoftware zu erstellen sei wesentlich schwieriger, als einen Virus in die Welt zu setzen. Im Gegensatz zu Viren, deren Funktion für den Autor egal sei, müsse eine Antivirensoftware immer funktionieren.
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