Diskussionsrunde eröffnet

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Diskussionsrunde eröffnet

Beitragvon admin » 29.06.2004, 14:39

Folgenden Text habe ich im Internet gefunden und will dazu hier eure Meinung hören.

Quelle:
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Wir hatten hier vor ein paar Wochen ein Thread in dem es um das Tempolimit auf Deutschen Autobahnen ging.

Ich schrieb: Solche Themen nutzen Politiker häufig um von anderen Themen abzulenken.

Themen von den unsere Politiker auch ablenken wollen ist z.B. auch die AGENDA 2010 die uns die Politiker als Perpetomobile verkaufen wollen.


Das sich einiges ändern dem stimm auch ich zu, aber zu welchem Preis.

Lest euch dazu mal folgendes durch und teilt hier auf dem Board dazu eure Meinung mit.

Frankfurt Rundschau vom 5. März 2004

Das letzte Netz droht zu reißen

Die Sozialhilfereform im Windschatten der Hartz-Reformen und im
Spannungsfeld widersprüchlicher Interessen / Von Walter Hanesch

Die Bundesregierung hat im Januar eine neue Verordnung für die
Regelsätze, die ab 2005 für die Bezieher des künftigen
Arbeitslosengeldes II gelten, vorgelegt. Im April stimmt der
Bundestag darüber ab. Der Autor beschreibt die schlimmen Folgen
der Reform und zeigt auch, wie es besser gemacht werden könnte.

Ende 2003 wurde im Windschatten des 3. und 4.
Hartz-Reform-Gesetzes auch ein neues Sozialhilfegesetz
verabschiedet. Das neue Gesetz, das als XII. Buch in das
Sozialgesetzbuch aufgenommen wurde, tritt ab Januar 2005 in
Kraft. Die Neuregelung der Sozialhilfe ist von Politik und
Öffentlichkeit nahezu unbemerkt und ohne breite Fachdiskussion
über die Bühne gegangen. Dass die Reform kaum wahrgenommen wurde,
hängt damit zusammen, dass es sich um keine eigenständige Reform
handelte, die Änderung des bisherigen Bundessozialhilfegesetzes
vielmehr durch die Zusammenführung von Arbeitslosenhilfe und
Sozialhilfe für Erwerbsfähige in der neuen "Grundsicherung für
Arbeitsuchende" im SGB II notwendig wurde. In diese
Grundsicherung werden ab dem Jahr 2005 alle ehemaligen
Arbeitslosenhilfebezieher ebenso wie alle ehemaligen
erwerbsfähigen Bezieher von Hilfe zum Lebensunterhalt im Rahmen
der Sozialhilfe einschließlich ihrer Angehörigen überführt.

Allerdings gehen die Neuregelungen über die begleitenden
Änderungen zum SGB II hinaus. So soll mit dem von der
Bundesregierung Mitte Januar 2004 vorgelegten Entwurf einer
Regelsatzverordnung die Voraussetzung dafür geschaffen werden,
dass das neue Sozialhilferecht im Bereich der Regelsätze ab 2005
umgesetzt werden kann. Worum geht es dabei?

Mit der Hilfe zum Lebensunterhalt und der Grundsicherung im Alter
und bei Erwerbsminderung bietet die neue Sozialhilfe zwei
Geldleistungen, mit denen die Führung eines Lebens entsprechend
der Würde des Menschen gemäß Artikel 1 Grundgesetz ermöglicht
werden soll. Der notwendige Lebensunterhalt, der dabei zu decken
ist, umfasst Güter aus den Bereichen Ernährung, Unterkunft,
Bekleidung, Körperpflege, Hausrat, Heizung und persönliche
Bedürfnisse des täglichen Lebens (einschließlich der Beziehungen
zur Umwelt und der Teilnahme am kulturellen Leben).

Dieser Bedarf wird - mit Ausnahme der Leistungen für Unterkunft
und Heizung - in der Sozialhilfe nach Regelsätzen erbracht, wobei
im Einzelfall davon abgewichen werden kann. Die Höhe der
monatlichen Regelsätze wird von den Landesregierungen jeweils zum
1. Juli eines jeden Jahres durch Rechtsverordnung festgesetzt.
Grundlage sollen gemäß dem so genannten Statistikstandard die
tatsächlichen, statistisch ermittelten Verbrauchsausgaben von
Haushalten in unteren Einkommensgruppen sein.

Mit der Einführung der Grundsicherung für Arbeitsuchende ab 2005
wird dieses System der Regelsatzbemessung auch auf die neue
Grundsicherung übertragen. Zwar wurden die Leistungen des
Arbeitslosengelds II und des Sozialgelds im Gesetzestext des SGB
II betragsmäßig festgelegt. Die Fortschreibung der
Leistungsbeträge soll jedoch in Anlehnung an die
Sozialhilferegelsätze erfolgen. Insofern wird die
Regelsatzbemessung künftig für das gesamte letzte Netzwerk aus
Sozialhilfe- und Grundsicherungsleistungen bestimmend sein.

Die Ermittlung des notwendigen Lebensbedarfs im Rahmen der
Sozialhilfe wurde lange Jahre auf Basis der so genannten
Warenkorbmethode vorgenommen. Seit 1990 wurde der so genannte
Statistikstandard als Bedarfsbemessungssystem eingeführt. Danach
soll der notwendige Lebensbedarf auf der Grundlage der
statistisch erfassten Verbrauchsausgaben von Haushalten unterer
Einkommensgruppen ermittelt werden.


Der unterste Sockel

Allerdings wies dieses Bemessungssystem bereits bei seiner
Einführung in vieler Hinsicht gravierende methodische Mängel auf.
Zudem wurde die bei seiner Einführung abgeleitete
Regelsatzerhöhung nur zeitlich gestreckt umgesetzt. Schließlich
wurde das neue Bemessungssystem bereits kurz nach seiner
Einführung wieder außer Kraft gesetzt und ist bis heute nicht
wieder eingesetzt worden. Stattdessen wurden die Regelsätze
zunächst willkürlich angepasst und später mit der Entwicklung des
aktuellen Rentenwerts jährlich fortgeschrieben. Als Folge dessen
hat die Regelsatzentwicklung in den 90er Jahren mit der
Entwicklung der privaten Einkommen nicht Schritt halten können.



Bereits mit der Sozialhilfereform 1996 wurde eine Rückkehr zum
Statistikstandard angekündigt. In den beiden Folgejahren wurden
vom damals zuständigen Ministerium für Arbeit und Sozialordnung
zehn Gutachten in Auftrag gegeben, in denen Einzelfragen eines
Bemessungssystems für die Regelsätze untersucht werden sollten.
Diese Gutachten sind jedoch bis heute nicht veröffentlicht
worden. Stattdessen ist das Thema Weiterentwicklung des
Sozialhilfeniveaus von der damaligen liberal-konservativen wie
von der darauf folgenden rot-grünen Regierungskoalition
zurückgestellt worden. Zwar wurde im Vorfeld der neuen
Regelsatzverordnung ein Workshop mit begrenztem Teilnehmerkreis
durchgeführt; auch diese Veranstaltung ist jedoch weder in ihrem
Ablauf noch in ihren Ergebnissen an die (Fach-)Öffentlichkeit
gedrungen.

Mitte des letzten Jahres wurde dann ein erster Entwurf einer
Regelsatzverordnung erarbeitet, jedoch gleich wieder
zurückgezogen. Stattdessen wurde zunächst das
Gesetzgebungsverfahren zum neuen Arbeitslosengeld II (SGB II) und
- als Ergänzungsgesetz hierzu - zur Sozialhilfe (SGB XII) in Gang
gesetzt. Die Frage der Regelsätze wurde dagegen erneut verschoben
und erst jetzt, Anfang 2004, wieder auf die politische
Tagesordnung gesetzt. Dies jedoch in einer Form, die eine
öffentliche Debatte nahezu unmöglich macht. Hintergrund der
Tabuisierung dieser Thematik ist die konflikthaltige politische
Interessenlage:


Seit jeher stand das Thema Regelsätze als Teil des
Leistungsniveaus in der Sozialhilfe im Spannungsfeld
widersprüchlicher Anforderungen. Einerseits liegt der
sozialpolitische Auftrag der Sozialhilfe (genauer der Hilfe zum
Lebensunterhalt) darin, ein sozialkulturelles Existenzminimum
monetär zu konkretisieren und dieses allen Bürgern in materieller
Not zu gewährleisten. Dieses Minimum stellt ein zentrales Element
unserer sozialstaatlichen Verfassung dar. Zugleich fungiert es
als unterster Sockel, als letztes Netz unter allen anderen Netzen
des sozialstaatlichen Sicherungssystems. Allerdings waren die
Bedingungen der Leistungsgewährung schon immer so ausgestaltet,
dass dieses garantierte Minimum nur in Fällen tatsächlicher Not
in Anspruch genommen werden sollte.

Allerdings stand und steht der verfassungsrechtlich abgeleitete
Auftrag der Sozialhilfe, ein menschenwürdiges Leben im Sinne der
Teilnahme an der gesellschaftlichen Normalität zu garantieren,
seit jeher in einem Spannungsverhältnis zum Interesse der
Kostenträger an einem begrenzten fiskalischen Mitteleinsatz.
Waren es früher die Kommunen, die als Hauptkostenträger der Hilfe
zum Lebensunterhalt mit Blick auf ihre Finanzen die Forderung
erhoben, den Anstieg des Sozialhilfeniveaus zu begrenzen, so hat
sich seit Anfang der 90er Jahre die Interessenlage verschoben:
Durch die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts wurde dem
Bund vorgegeben, das Existenzminimum von der Besteuerung
freizustellen. Seitdem ist der Grundfreibetrag im
Einkommensteuerrecht an die Höhe des Sozialhilfeniveaus
gekoppelt. Und seitdem ist es eines der wichtigsten Anliegen des
Bundesfinanzministers, einen Anstieg der Regelsätze zu begrenzen
oder gar zu verhindern. Droht doch jede daran gekoppelte Anhebung
des Steuerfreibetrags zu Einnahmeausfällen in Milliardenhöhe zu
führen. In Zukunft wird das fiskalische Interesse des Bundes an
einer Begrenzung der Sozialhilfe- und Grundsicherungsleistungen
noch zunehmen, da der Bund die Kosten der neuen Grundsicherung
für Arbeitsuchende tragen muss. Dabei ist allerdings zu bedenken,
dass die Frage des Leistungsniveaus in Sozialhilfe und
Grundsicherung umso mehr an - auch fiskalischer - Brisanz
verliert, je stärker die fördernden Hilfen zur Überwindung der
Hilfebedürftigkeit ausgebaut werden, je günstiger die
Rahmenbedingungen für solche Eingliederungshilfen sind und je
nachhaltiger die ökonomische und soziale Eingliederung gelingt.

Seit der zweiten Hälfte der 90er Jahre ist eine weitere Barriere
für den Anstieg der Regelsätze hinzu gekommen. Seitdem in den
Wirtschaftswissenschaften die Vorstellung vorherrschend geworden
ist, Arbeitslosigkeit sei vor allem Folge einer so genannten
Arbeitslosigkeitsfalle und damit einer zu großzügigen Gewährung
sozialer Sicherungsleistungen, ist die Sozialhilfe in das Zentrum
ihres Interesses gerückt. Seitdem dominiert die Forderung, nicht
nur Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe zusammenzulegen, sondern
das letzte Sicherungsnetz möglichst niedrig zu halten, um den
Anreiz bzw. Zwang zur Aufnahme jedweder Arbeit zu erhöhen. Dies
galt bisher vor allem für die Sozialhilfe für Erwerbsfähige, dies
soll und wird ab dem Jahr 2005 insbesondere für die neue
Grundsicherung für Arbeitsuchende gelten.

Eine anreizorientierte Ausgestaltung des letzten Netzes macht nur
Sinn, soweit die Leistungsempfänger tatsächlich über Chancen und
Perspektiven für ein Leben frei von Sozialhilfe/Grundsicherung
verfügen. Dies gilt sicherlich nicht für den Adressatenkreis der
Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung im Rahmen der
Sozialhilfe, da für diese Gruppe eine grundlegende Verbesserung
ihrer Lebenssituation kaum zu erwarten ist und durch eigene
Anstrengungen in der Regel nicht erreicht werden kann.
Vergleichbares gilt für die (Rest-)Gruppe derer, die ab 2005
Hilfe zum Lebensunterhalt beziehen und die weder erwerbs- und
vermittlungsfähig noch im Ruhestand bzw. dauerhaft
erwerbsgemindert sind.

Auch diese Gruppe ist durch gravierende Einschränkungen ihrer
Leistungsfähigkeit gekennzeichnet, die eine anreizorientierte
Überwindung materieller Not wenig realistisch erscheinen lässt.
Somit bleibt allein die Grundsicherung für Arbeitsuchende,
insbesondere die Gruppe der (Langzeit-)Arbeitslosen, auf die sich
die Anreizthematik beziehen kann. Allerdings haben Untersuchungen
gezeigt, dass auch bei dieser Leistungsempfängergruppe die
Motivation zur Aufnahme einer Erwerbsarbeit zumeist hoch ist und
die Integration eher durch strukturelle bzw. arbeitsmarktbedingte
Faktoren und/oder durch die Kumulation subjektiver Problemlagen
auf Seiten der Betroffenen erschwert wird. In beiden
Konstellationen trägt eine anreizorientierte Bemessung der
monetären Transfers jedoch wenig dazu bei, die
Integrationschancen zu verbessern.


Was deckt den Bedarf?

Auch wenn die Forderung nach einer anreizorientierten
Ausgestaltung von Sozialhilfe- bzw. Grundsicherungsleistungen
weder in ihrer theoretischen Begründung noch in ihrer bisherigen
praktischen Umsetzung überzeugen kann, haben nahezu alle Parteien
auf der Bundesebene sich diesen Ansatz zu eigen gemacht. Die
primär beschäftigungspolitische Ausrichtung hat sich bereits in
den Beträgen der Grundsicherung für Arbeitsuchende im neuen SGB
II niedergeschlagen. Davon sind aber auch die parallel
reformierte Sozialhilfe und die nun vorgelegte
Regelsatzverordnung bestimmt.

Inwieweit durch das gegenwärtige Sozialhilfeniveau tatsächlich
eine Bedarfsdeckung erreicht wird, ist schwer zu beantworten, da
hierzu keine neueren Untersuchungen vorliegen. Immerhin hat die
Gegenüberstellung des modellmäßig ermittelten Niveaus der Hilfe
zum Lebensunterhalt einerseits und der 50-Prozent-Armutsschwelle
für verschiedene Haushaltstypen Ende der 90er Jahre ergeben, dass
durch den Bezug von Hilfe zum Lebensunterhalt im Rahmen der
Sozialhilfe keineswegs immer ein Einkommensniveau oberhalb der
Armutsgrenze erreicht wird. In der Bundesrepublik kann also
gegenwärtig eine "Armut trotz Sozialhilfe" nicht allein dadurch
auftreten, dass bestehende Sozialhilfeansprüche nicht
ausgeschöpft werden (die so genannte Dunkelziffer der Armut). Sie
kann vielmehr auch dadurch auftreten, dass durch das niedrige
Leistungsniveau der Sozialhilfe Armut nicht vermieden bzw.
beseitigt wird.



Der Druck wird wachsen

Damit stellt sich die Frage, inwieweit durch die neue
Regelsatzverordnung ein Verfahren eingeführt wird, durch das
künftig sichergestellt werden kann, dass eine Bedarfsdeckung
möglich ist und das Auftreten von Armut vermieden wird. Der am 4.
März veröffentlichte Aufruf von Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftlern "Das sozialkulturelle Existenzminimum in der
Abwärtsspirale" fasst einige der zentralen Argumente dafür
zusammen, dass der vorgelegte Verordnungsentwurf nicht geeignet
ist, diesen Anspruch einzulösen. Und vieles spricht dafür, dass -
entgegen der verfassungsrechtlichen Vorgabe - die Einlösung
dieses Anspruchs für die Ausgestaltung des Verordnungsentwurfs
nicht maßgeblich war, dass er vielmehr dadurch bestimmt war, die
Entwicklung der Sozialhilfe als Referenzsystem für die
Grundsicherung für Arbeitsuchende im neuen SGB II in Grenzen zu
halten. Damit ist für die kommenden Jahre eine Armutsvermeidung
durch die Sozialhilfe wie durch die neue Grundsicherung weniger
denn je sichergestellt.

Stellt man die rechnerischen Werte der neuen Regelsätze den
derzeitigen Regelsätzen gegenüber, ist festzustellen, dass die
Werte nur geringfügig abweichen und die Abweichungen je nach
Haushaltstyp unterschiedlich ausfallen.

Allerdings treten auch heute bereits bei bestimmten
Haushaltstypen Kürzungen gegenüber der bisherigen Regelsatzsumme
auf; maßgeblich hierfür sind vor allem die neuen
Kinderregelsätze. Dennoch scheint damit der härteste Angriff auf
die Sozialhilfe und die neue Grundsicherung zunächst einmal durch
das Bundesministerium für Gesundheit und Soziales abgewehrt.
Wurden doch im Vorfeld Absenkungen der Regelsätze (zumindest für
Erwerbsfähige) bis zu einer Größenordnung von 20-30 Prozent
gefordert und in einzelnen Ministerien (insbesondere Wirtschaft
und Finanzen) bzw. in Teilen des Regierungslagers ernsthaft
erwogen. Allerdings bleibt abzuwarten, was mit dem Entwurf im
Bundesrat (der zustimmen muss) oder gegebenenfalls noch im
Vermittlungsausschuss geschieht.

Zugleich wird an der skizzierten Entwicklung jedoch deutlich, wie
weit die sozialstaatliche Verfassung der Bundesrepublik bereits
erodiert und die Infragestellung ihrer zentralen Grundlagen
bereits vorangeschritten ist. Soll das Sozialstaatsgebot mehr als
eine rhetorische Floskel und seine Umsetzung mehr als symbolische
Politik sein, bedarf es einer Politik, die durch die Um- und
Ausgestaltung des untersten Netzwerks aus Sozialhilfe- und
Grundsicherungsleistungen erkennen lässt, dass die Schutz- und
Ausgleichsfunktion des deutschen Sicherungssystems nach wie vor
Bestand hat.

Dass dies gerade für den Bereich des untersten Netzes gilt, hängt
damit zusammen, dass eine Verletzung sozialstaatlicher Prinzipien
und Anforderungen hier nicht nur zu einem (zeitweiligen)
Abrutschen unter die Armutsgrenze führt, sondern dass dadurch die
Gefahr einer dauerhaften Verfestigung von Armut und Ausgrenzung
droht. Zwar sollen - gemäß der neuen Philosophie des
"Aktivierenden Staates" - die verschärften Forder-(statt
Förder-)Prinzipien und der erhöhte Sanktionsdruck gegenüber den
Arbeitslosen (im SGB II und III) dazu beitragen, dieses zu
vermeiden. Es muss jedoch bezweifelt werden, dass eine strafende
Politik tatsächlich die Eingliederungschancen der Erwerbslosen
erhöhen kann. Damit steht diese Politik jedoch in eklatantem
Widerspruch zu den Zielen des Kampfs gegen Armut und Ausgrenzung,
zu dem sich die Bundesrepublik gegenüber der Europäischen Union
im Rahmen des offenen Koordinierungsverfahrens zum Kohäsionsziel
verpflichtet hat.




Der Autor

Walter Hanesch , Jahrgang 1947, ist Professor im
Fachbereich Sozialpädagogik an der Fachhochschule Darmstadt. Er
studierte Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, absolvierte ein
wirtschaftspädagogisches Aufbaustudium an der Universität
Frankfurt a. M.;
Abschlüsse: Dipl.-Volkswirt und Dipl.-Handelslehrer; Promotion
zum Dr. rer. pol. an der Universität Bremen. Hanesch war
wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Frankfurt und
arbeitete in der Jugend- und Erwachsenenbildung; 1979 bis 1993
war er Professor für Politische Ökonomie an der Fachhochschule
Niederrhein.
Gemeinsam mit anderen Wissenschaftlern legte Hanesch am
Donnerstag in Berlin einen Aufruf vor. In ihm wird die von der
Bundesregierung geplante neue Regelsatzverordnung heftig
kritisiert und ein Umdenken der Politik angemahnt. Das Papier
trägt den Titel: Das sozialkulturelle Existenzminimum in der
Abwärtsspirale - Die geplante Regelsatzverordnung beschädigt
einen Eckwert des deutschen Sozialstaats. Der Wortlaut des
Aufrufs ist im Internet zu finden unter:
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<http://www.fr-aktuell.de/doku>


Sicherlich lässt sich das skizzierte Spannungsverhältnis zwischen
widersprüchlichen Anforderungen und Interessen nicht einfach
aufheben. Auch in den kommenden Jahren wird es u. a. darum gegen,
gegenüber dem fiskalisch und beschäftigungspolitisch begründeten
Absenkungsdruck die sozialstaatlich-normative Bedeutung des
sozialkulturellen Minimums offensiv zu verteidigen. Hierzu bedarf
es eines Verfahrens bei der Entscheidung über die Bemessung
dieses Minimums, das auf im Vornhinein festgelegte,
nachvollziehbare und auf rationalen, überprüfbaren Kriterien
basiert und damit ein Maximum an Transparenz sicherstellt.

Um der besonderen Bedeutung des sozialkulturelle Minimums in
angemessener Weise Rechnung zu tragen, sollten künftige
Entscheidungen über die Ausgestaltung und Fortschreibung des
Bemessungssystems zudem auf der Grundlagen eines öffentlich
vorgelegten Berichts eines unabhängigen Sachverständigenrates
getroffen werden. Schließlich sollte diese Entscheidung - wie
auch im Aufruf hervorgehoben wird - durch den Bundesgesetzgeber
gefällt werden. Durch die Beratungen im Parlament sollte diese
Entscheidung die ihr gebührende Resonanz in Politik und
Öffentlichkeit finden. Dadurch wären die zuvor angesprochene
Widersprüche in den Anforderungen zwar nicht aufgehoben. Die
genannten Verfahren könnten jedoch dazu beitragen, eine
rationalere und transparentere Form des Umgangs mit den
divergierenden Interessenlagen zu entwickeln.

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Beitragvon Jazzy » 29.06.2004, 15:04

sei mir net böse admin aber ich les mir das nicht alles durch
habe angefangen das zu lesen und wäre beinahe eingepennt :oops:
sry, aber was politiker und so machen geht mir ehrlich gesagt am *Hinterteil* vorbei
ich mein, egal was normalo bürger macht, ob er sich in die politik einmischt, sich beschwert oder was dagegen tun will, bei den politikern stösst er generell auf taube ohren
oder kannst du mir nen anderen fall nen wo dies nicht so war?
solltest du was finden sag bescheid und ich les mir den text mal durch
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es geht auch nicht darum dass DU verpflichtet bist

Beitragvon admin » 29.06.2004, 15:24

es geht auch nicht darum dass DU Jazzy verpflichtet bist das Thread durchzulesen, geschweige denn darauf zu antworten.

Trotzdem danke für deine Meinung.

Hab irgendwie Gefühl ich hätte dir irgenwie auf die Füsse getreten. Falls das der Fall sein sollte entschuldige ich mich dafür. :nixweiss:

Du hast trotzdem einen interessanten Beitrag dazu geleistet. :roll:
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Beitragvon hisch » 29.06.2004, 20:32

na das ist doch schon immer so gewesen um auf andere sachen zu lenken geht man an das liebste der deutschen das auto dort brüllen dann alle und keiner denkt daran was gestern gewesen ist
Besuch mal meine Homepage
http://www.pentragon.de.ms

Ein Ring sie zu knechten,
Sie alle zu finden,
Ins dunkel zu treiben,
Und ewig zu binden.

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Beitragvon Jazzy » 29.06.2004, 20:38

lol wollt ja noch was posten^^

admin schrieb:
es geht auch nicht darum dass DU Jazzy verpflichtet bist das Thread durchzulesen, geschweige denn darauf zu antworten.

Trotzdem danke für deine Meinung.

Hab irgendwie Gefühl ich hätte dir irgenwie auf die Füsse getreten. Falls das der Fall sein sollte entschuldige ich mich dafür.

Du hast trotzdem einen interessanten Beitrag dazu geleistet.


du hast mir doch nicht auf die füsse getreten..hihi..ne nur beim thema poltik und so könnt ich manchmal ne krise kriegen

die politker jammern deutschland hat kein geld, wollen ans geld von uns "armen" bürgern aber selber erhöghen die bei sich die diäten und so
das ko... mich sowas von an..sollen die doch ma alle was von ihrem geld abgeben und siehste da deutschland hätte weniger probleme
aber was isß
auf diese idee kommen diese ärsch.... nicht :evil:

edit: wenn ich am thema vorbeischweife, sorry :twisted:
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