"Umverteilungswirkungen der öffentlichen Hochschulfinanzierung in Deutschland"
Gutachten im Auftrag des Deutschen Studentenwerks von:
Univ. Prof. Dr. Richard Sturn Univ. Ass. Dr. Gerhard Wohlfahrt : "Die Steuerfinanzierung der Hochschulen führt, neben allokativen Verzerrungen und unerwünschten psychologischen Effekten, auch zu einer Umverteilung zugunsten der oberen Einkommensschichten, deshalb soll diese reduziert und durch höhere privaten Kostenbeiträge (Studiengebühren, Bildungsdarlehen) ersetzt werden." Diese Argumentation geht auf Milton Friedman (1955, 140) zurück und nimmt auch in der aktuellen bildungspolitischen Diskussion einen prominenten Platz ein.1
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Nun ist es aber so, das kein wirklicher Umverteilungeffekt zugunsten der Steuerzahler stattfindet.
Die Hochschulen, insbesondere die Anschubfinanzierung für infrastrukturelle Erneuerungen und die Anhebung ihres universitären Anspruchs in Lehre und Forschung auf ein "Elite-Niveau", werden in Zukunft mehr Steuergelder verschlingen.
Drittmittel durch private Investoren und von seiten der Wirtschaft wird es vorzugsweise nur für bestimmte Hochschulen geben und dann auch nur für bestimmte Dienstbarkeiten in Forschung und Lehre. Ansonsten operieren die Umwandler der Uni-Landschaft mit vagen Versprechungen.
Es bleiben in erster Linie die staatlichen Universitäten, die weiterhin aus Steuergeldern finanziert werden. Selbst die teuren Privat-Unis werden ohne staatliche Förderung wohl nicht auskommen wollen.
Studiengebühren machen nur einen Bruchteil der Hochschulfinanzierung aus, auch wird der Steuerzahler nicht automatisch durch die Einführung von studentischen Eigenbeiträgen an der Gesamtfinanzierung entlastet.
Die Argumentation, dass es vornehmlich der einfache Bürger sei, welcher durch seine Steuern die Hochschulen und insbesondere die Ausbildung der Studierenden finanziert, verkürzt das Problem. Steuern zahlen wir schließlich alle, nur die wenigen, tatsächlich privilegierten Personen können sich dieser Pflicht durch Tricks teilweise entziehen.
Was ist uns Bildung wert und was wollen wir für sie ausgeben? Sind es wirklich nur die Kinder der "gehobenen Mittelschicht", deren universitäre Ausbildung das "einfache" Volk bezahlen muss? Und warum ist es so? Weil Studenten gemeinhin keine Studiengebühren zahlen wollen?
Lange Zeit hat man diesen augenscheinlichen Nachteil zu Ungunsten der Allgemeinbevölkerung hingenommen. Wahrscheinlich mit der Voraussicht, das die eigenen Kinder vielleicht auch einmal in den Genuß der universitären "Ausnahmeausbildung" kommen werden.
In Zeiten knapper Kassen ist nun dieser Vorteil, der für die anderen wiederum ein Nachteil sein kann, ein Makel an der Gesamtsituation.
Für die finanzielle Situation an unseren Hochschulen als Steuerzahler nicht mehr allein aufkommen zu müssen, ist ein schwacher Trost angesichts der anderen Zumutungen, die auf uns zukommen werden. :'(
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