"Unhackbaren" Kopierschutz der neuen Medien geknackt, auf Youtube gezeigt - Vorentscheidung in der Formatschlacht?
Das AACS wurde sowohl von Unternehmen der HD-DVD- als auch von Unternehmen der Bluray-Fraktion in Entwicklung gegeben. Unter den Firmen befinden sich so zum Beispiel Microsoft und Sony. Muslix64 stellte neben den entsprechenden Entschlüsselungscodes auch ein ein Video online, in dem er zeigt wie man diverse HD-DVD-Filme, wie "Full Metall Jacket" von Warner Bros' oder "Van Helsing" von Universal kopiert.
Zurzeit seien mit dem vom Hacker geschriebenen Programm lediglich HD-DVDs kopierbar. Da beide Medien aber auf den selben Schutzmechanismus zurückgreifen, dürfte die Entschlüsselung von Blurays allerdings nur eine Frage der Zeit sein. Muslix64 versprach weiters am 2. Jänner sein Programm BackupHDDVD zu veröffentlichen, dass bereits Freischaltcodes für eine Palette an Filmen beinhaltet. Weitere Codes werden vermutlich nicht lange auf sich warten lassen.
Folgenschwer
Laut Reuters könnte diese Entwicklung tatsächlich schwere Folgen für die Filmindustrie mit sich bringen, nachdem schon der Verkauf der herkömmlichen DVDs nachgelassen hat. Trotzdem generierten diese Absätze allein 2005 24 Milliarden US-Dollar.
Auf der anderen Seite könnte sich der HD-DVD-Hack zumindest kurzfristig auch durchaus positiv für die hinter der Technologie stehenden Konzerne auswirken. Schließlich rentieren sich neue Medien-Formate, aufgrund ihrer hohen Entwicklungskosten, erst nach massenhafter Vervielfältigung. In der Geschichte haben Raubkopien oder Sicherungskopien schon mehrmals Formatkriege entschieden. Selbst Microsofts Windows hat es unter anderem auch illegalen Kopien zu verdanken, sich so rasch unter der Bevölkerung verteilt zu haben. Deshalb sind DRM-Systeme und Kopierschutze innerhalb der Industrie nicht unumstritten, gelten sie doch häufig als Hinderungsgrund für reißende Absätze. (red)

