Mein Kommentar hierzu:
Es scheint, gemäß der Aussage des in Ihrem Beitrag
"Arbeitslose ausgebremst? – Die faulen Tricks der Arbeitsämter" (R E P O R T MAINZ
S E N D U N G: 09.02.2004 )
genannten Arbeitsvermittlers, tatsächlich mehr um die Bekämpfung der Arbeitslosen zu gehen, weniger um die Reduzierung der Arbeitslosigkeit.
Angesagt ist seit längerem schon die "Pflicht zur Härte"
(Reinhard Heydrich) gegenüber den Menschen, die aufgrund ihrer sozialen Notlage auf staatliche Unterstützung angewiesen sind.
Nicht zuletzt die Forderung des FDP-Politikers Rainer Brüderle , Arbeitslose zur sozialen Arbeit zwangszuverpflichten, zielt auf die medienwirksame Diffamierung von Arbeitslosen.
Das arbeitsmarktpolitische Problem der zunehmenden Arbeitslosigkeit wird den betreffenden Personen als ein persönliches Versagen zugeschrieben. Bei den Eliten in Politik und Wirtschaft ist es eine ausgemachte Sache, das die Arbeitslosen selbst schuld sind an ihrer Misere. Dies wird demagogisch der wahren strukturellen Problemlage vorangestellt. Unter diesem Stigma leiden die betreffenden Menschen und entwickeln auf dieser Grundlage ein diffuses Schuldgefühl. Das lähmt die Leute erst recht und macht sie dienstbar für alle möglichen Totalitarismen. Diese gezielte Zuschreibung von Schuld wird auch von der übrigen Bevölkerung unreflektiert hingenommen und als eine Art Abwehrmechanismus verinnerlicht.
Es ist eine Art "Psychologie im Kampf um Dasein" (W. Wundt 1913)
Der Staat und erst recht die Wirtschaftseliten tragen somit verstärkt zur "Individualisierung sozialer Ungleichheit" (U. Beck) bei. Das hat Methode. Es ist jener seichte Authoritarismus, welcher durch bestimmte Strategien eine Ressourcenumverteilung zu Gunsten der "Oberen Zehntausend" vornimmt. "Leistung" und "Verwertbarkeit" sind die neuen Ab- und Ausgrenzungskriterien, nach denen in Zukunft über die Lebensqualität weiter Bevölkerungskreise
entschieden wird. Definiert werden diese Kriterien im Zusammenschluss der "Besten" untereinander.
Es ist die Politik der kulturellen Inzucht, wo sich die einen dazugehörig fühlen können und die anderen eben draußen bleiben. Sozialdarwinismus pur.
