Eigentlich ist es die Aufgabe von Spyware-Killern, Schnüffelprogramme auf dem PC zu entlarven und zu beseitigen. Jetzt haben sich einige der vermeintlich nützlichen Tools als besonders hinterlistig herausgestellt: Sie installieren heimlich auf dem Rechner des Anwenders ausgerecht die lästige Werbe-Software, die sie beseitigen sollen.
Gefahren aus dem Cyberspace Adware und Spyware
Undurchsichtige Software
Laut dem US-Onlinemagazin news.com steht neuerdings das Tool "SpyBan" unter schwerem Verdacht. SpyBan ist mindestens 44.000 mal heruntergeladen worden, bevor es der Download-Anbieter download.com aus der Datenbank entfernte, weil der Autor vollständige Angaben über die Bestandteile des Programms verweigerte. Mehrere Hersteller von Spyware-Killern haben inzwischen das Tool als möglichen Verursacher unerwünschter Werbemails identifiziert.
SpyBan schreibt mit
In SpyBan stecke die Schnüffelsoftware "Look2Me". Laut Symantec, Hersteller der Norton-Programmreihe, protokolliere "Look2Me" die vom Anwender besuchten Webseiten und übertrage die Informationen an einen Server - mit dem Ziel, den Surfer mit speziell angepasster Werbung zu überschütten.
Trojanisches Pferd
Roger Karlsson von der schwedischen Firma Kephyr.com, dem Hersteller des Spyware-Killers "Bazooka", ordnet SpyBan als "Trojanisches Pferd" ein. "Es erweckt den Anschein, es schütze Ihre Privatssphäre, in Wirklichkeit tut es aber das Gegenteil - Schnüffelsoftware installieren". Der Autor von SpyBan hat sich inzwischen offenbar aus dem Staub gemacht, die Webseite spyban.net ist nicht mehr erreichbar.
Firewall und Virenkiller machtlos
Spyban ist nicht die einzige Falle, in die Anwender tappen können, die ein wirksames Mittel gegen lästige Werbemails suchen. Auch "Virtual Bouncer" täuscht einen Spyware-Killer vor, überträgt aber in Wirklichkeit verschlüsselt User-Daten an den Hersteller. Firewall und Virenkiller helfen nicht weiter, sondern nur echte Spyware-Killer.

