Menschen mit wenig Einkommen und niedrigem Bildungsstand rauchen mehr als gut Verdienende. Der soziale Unterschied beim Griff zur Zigarrette ist schon bei jungen Erwachsenen deutlich: 64 Prozent der 18- bis 19-Jährigen Hauptschüler rauchen. Damit liegt der Raucheranteil in dieser Gruppe um 25 Prozent höher als bei gleichaltrigen Gymnasiasten. Diese Zahlen hat das Deutschen Krebsforschungszentrum (DKZ) vorgestellt.
Bis zu 20 Prozent des Einkommens für Tabak
Durchschnittlich 5,5 Prozent des Einkommens wird in deutschen Privathaushalten für Tabakwaren ausgegeben. In einkommensschwachen Gruppen und vor allem bei Alleinerziehenden kann dieser Ausgabenanteil bis zu 20 Prozent betragen. Während 43 Prozent aller Männer mit einem Haushaltsnettoeinkommen von unter 730 Euro pro Monat rauchen, sind dies nur 23 Prozent aller Männer in der höchsten Einkommensgruppe mit 3.350 Euro und mehr.
Ärzte und Professoren rauchen wenig
Große Unterschiede gibt es auch beim Rauchverhalten zwischen den verschiedenen Berufsgruppen: Männer in einfachen manuellen Berufen und Frauen in einfachen Dienstleistungsberufen rauchen im Vergleich zu Personen in anderen Berufsgruppen am häufigsten (bis zu 50 Prozent), dagegen rauchen nur etwa 15 Prozent der Gymnasial- und Hochschullehrer sowie der Ärzte. Das DKZ fordert deshalb, die Werbemaßnahmen gegen das Rauchen gezielt auf schwächer Verdienende auszurichten. Auch die Erhöhung der Tabaksteuer sei sinnvoll, da diese Maßnahme besonders starken Einfluss auf Raucher in unteren Einkommensschichten hat: Eine zehnprozentige Steuererhöhung bewirkt einen 13-prozentigen Rückgang des Rauchens bei Personen mit Niedrigeinkommen im Vergleich zu vier Prozent bei der Gesamtbevölkerung.

